|
|
|
Maxi Mein Kater Maxi starb am 20. Juli 2001. Er wurde nur zwei Jahre und vier Monate alt. Am 28. April 1999 holte ich ihn von einem Bauernhof. Er war ein richtig süßes Katzenbaby, pinkelte mich anfangs noch voll, denn was eine Katze unter einem Katzenklo zu verstehen hat, musste ich ihm erst beibringen. In meinen Pulli eingewickelt trug ich ihn anfangs mit mir herum wie ein Kängurujunges. Und vor der großen Wildnis (SEINEM späteren Revier) hatte er unbändige Angst und versteckte sich vorsichtshalber erst mal in seinem Körbchen.
Ein glückliches Katzenleben begann. Maxi wurde geimpft (gegen alles, außer gegen F.I.P., weil diese Impfung so umstritten ist), entwurmt, kastriert, hatte nie Flöhe und war bestens versorgt. Tagsüber streifte er durch sein Revier, ging aber nie weit weg , sodass ich mir eigentlich keinerlei Sorgen um ihn machte, und die Nächte verbrachte er im Haus. Auch die Angst, dass er überfahren werden könnte, verlor sich mit der Zeit, denn seine Streifzüge erstreckten sich nicht bis zur nächsten stark befahrenen Straße. Ich war mir sicher, dass er bei uns alt werden würde. In den letzten Monaten seines Lebens wurde er ziemlich häuslich, was wir - je nachdem - entweder auf die große Hitze oder auf das scheußliche Regenwetter schoben. Beides mochte er nicht besonders. Oder aber wir meinten scherzhaft, Maxi käme nun langsam in seine ruhigeren Jahre. Niemals hätte ich damals auch nur im Traum daran gedacht, dass das erste Anzeichen irgendeiner Krankheit wären. Wer macht sich schon Sorgen, wenn eine Katze viel schläft...??? Ende Juni, Anfang Juli kamen dann Appetitlosigkeit und auffällige Lethargie dazu, sodass ich schließlich mit ihm zum Tierarzt fuhr. Mandelentzündung, hohes Fieber, Bläschen im Rachen und eine bereits angegriffene Lunge wurden diagnostiziert. Antibiotika wurden verabreicht (mehrere Tage hintereinander Spritzen beim Arzt, daheim in Form von Tabletten), und ich war erst mal beruhigt. Doch sein Zustand wurde nicht wesentlich besser. Zwar gab es dazwischen Momente, in denen er auf dem Weg der Besserung schien, doch schließlich wollte das Fieber überhaupt nicht mehr sinken und sein Appetit war gleich null. Wiederum folgten Besuche bei unserem Tierarzt (dem ich an dieser Stelle für die gute und liebevolle Betreuung von Maxi danken möchte), der schließlich die Befürchtung aussprach, es könnte sich um F.I.P. handeln. Also wurde am Montag der F.I.P.-Test gemacht, nun begann das Warten auf das Ergebnis. Ich stürzte mich ins Internet und las fast nur niederschmetternde Artikel über diese Krankheit. Einzig ein Bericht über homöopathische Behandlung war etwas tröstlich, vermittelte einen kleinen Funken Hoffnung und Zuversicht. Dann endlich das Ergebnis des Bluttests, leider war es positiv, Blut-Titer 1:400, nur noch homöopathische Behandlung mit Globuli. Wieder unzählige Stunden auf F.I.P.-Recherchen im Internet, dabei auf Odins Geschichte gestoßen. Radikaler Verfall. Letzte kurze Spaziergänge in seinem Garten. Krampfhafte Globulieingabe mit einem kleinen bisschen Streichkäse, sonst so gut wie keinerlei Nahrungsaufnahme. Sanftes Streicheln, ihm alles sagen, Tränen. Er suchte unsere Nähe, mied aber bereits Berührungen, die ihm offensichtlich Schmerzen bereiteten. Schmal geworden, dicker Bauch. Das untrügliche Zeichen. Am Freitag nahm er Abschied. Er wollte noch einmal aufs Fensterbrett springen, stand jedoch da und jammerte, weil er es nicht schaffte. Also hoben wir ihn hinauf, wieder jammerte er, weil die Berührung ihm so starke Schmerzen bereitete. Am Nachmittag lag er plötzlich in seinem Kistchen, was er nie zuvor gemacht hatte. Ich kochte ihm Hühnchen, ich kaufte noch das ausgefallenste und teuerste Katzenfutter und Fleisch in allen Variationen, um ihn doch noch irgendwie zum Fressen zu bewegen, doch egal, was ich ihm anbot, er wandte sich angewidert ab. Raus konnte und wollte er nicht mehr, aber wir waren noch auf dem Balkon. Der Ausdruck in seinen Augen war entsetzlich: "Hilf mir..." Um 17 Uhr rief ich den Tierarzt an und schilderte ihm Maxis Zustand. Als ich Maxi in den Transportkorb gab, bekam er plötzlich keine Luft mehr und regte sich entsetzlich auf. Ich musste ihn mühsam beruhigen. Wieder aufmerksame und liebevolle Betreuung in der Praxis. Aber es hatte keinen Sinn mehr. Der Arzt punktierte ihn, und als er die Nadel herauszog, enthielt die Spritze eine gelbliche Flüssigkeit. Er sagte, Maxi würde wahrscheinlich ersticken. Er hatte keine Chance und ich wollte sein Leiden nicht noch verlängern und so bat ich den Arzt, ihn zu erlösen. Abschied nehmen. Loslassen. Ihn den Weg über die Regenbogenbrücke zu Odin gehen lassen, auch wenn es mir das Herz zerriss. Zeit, Energie oder gar Geld hätten keine Rolle gespielt, alles hätte ich für ihn getan, doch seine letzte Würde war stärker, ich konnte und wollte ihn nicht noch länger sinnlos leiden lassen. Lieber Hardy, ich danke dir für alles. Und an Odin: Ich hoffe, du und Maxi werdet Freunde. Oder vielleicht auch Rivalen, ist auch gut. Auf jeden Fall habt ihr es jetzt besser als in der letzten Zeit eures Lebens hier bei uns. Vielleicht kann ich noch ein gutes Wort für Maxi bei dir einlegen, wo du doch so gerne ein Hund sein wolltest: Manchmal war Maxi auch so ein verkappter Hund. Wenn er abends auf seiner Fensterbank lag - vor dem Schlafengehen noch einmal sein Revier kontrollierend - , wurde er meistens sehr wütend, wenn ein harmloser Jogger, ein Hund oder eine Katze es wagte, SEIN Revier zu durchkreuzen, und es konnte durchaus vorkommen, dass aus diesem Schmusekater ein Furcht einflößendes knurrig-brummendes "Etwas" wurde.
email: kater_maxi@yahoo.de |
|
|